Unwetterlexikon:


Bernoulli-Effekt
CAPE
Corioliskraft
Downburst
Druckwelle
Einzelzelle
Föhn
Front
Funnel
Gewitter und Blitze
Glatteis
Graupel
Hagel
Hoch
Höhentief
Hurrikan
Kaltfront
Keil
Konvektion
Labilität
Lifted Index
Luftmassengrenze
MCS - Mesoskaliges konvektives System
MCC - Mesoskaliger konvektiver Cluster
Multizelle
Okklusion
Orkan
Schauer
Schneesturm/Blizzard
Squall Line
Starkregen/Wolkenbruch
Stau
Staubteufel
Sturm
Sturmtief
Superzelle
Tief
Tornado
Trog
Trombe
Vb-Tief
Wasserhose
Wärmegewitter
Warmfront
Windscherung


Bernoulli-Effekt nach oben
Den Bernoulli-Effekt kennt man aus einigen alltäglichen Situationen wie dem Regenschirm, der sich bei starkem Wind nach oben umklappt oder auch die Tragflächen von Flugzeugen, die sich beim Flug nach oben biegen, aber er kommt zum Beispiel auch bei Tornados zum Tragen. Bei hohen Geschwindigkeiten von Flüssigkeiten oder Gasen entsteht ein Unterdruck, der umso höher wird, je größer die Geschwindigkeit ist. Da in Tornados sehr hohe Windgeschwindigkeiten herrschen, ist der Unterdruck im Schlauch extrem groß und kann so für schwere Schäden sorgen.

CAPE nach oben
CAPE ist die Abkürzung für "convective available potential energy", also die potentielle Energie, die verfügbar ist, wenn ein Luftpaket angehoben wird. Wichtig ist diese Größe vor allem, um die Wahrscheinlichkeit für die Intensität eines Gewitter abzuschätzen. Allerdings reichen hohe CAPE-Werte allein nicht aus, damit ein Gewitter entsteht, dafür muss außerdem genügend hohe Labilität und/oder Feuchtigkeit vorhanden sein.

Corioliskraft nach oben
Eine scheinbar wirksame Kraft, die Luftströmungen auf der sich drehenden Erde ablenkt, auf der Nordhalbkugel nach rechts, auf der Südhalbkugel nach links. Ohne Erddrehung würde die Luft auf direktem Weg aus einem Hoch heraus in ein Tief hinein strömen, die Druckunterschiede würden sich rasch ausgleichen. Die Luft wird jedoch durch die Erddrehung nach rechts abgelenkt und weht damit um diese Druckgebiete herum, im Uhrzeigersinn um das Hoch und gegen den Uhrzeigersinn um das Tief. Nur dadurch können sich die Hochs und Tiefs überhaupt Tage und länger halten. Am Äquator können sich mangels Corioliskraft keine nennenswerten Druckgegensätze aufbauen. Die Corioliskraft ist auch bei Hurrikanen und Taifunen wirksam, bei kleinräumigen Luftströmungen spielt die Corioliskraft dagegen meist keine Rolle.

Downburst nach oben
Downbursts sind schwere Fallböen, die vor allem in Gewittern, mitunter aber auch in Schauern vorkommen. Der Niederschlag unter dem Gewitter kühlt die Luft ab, sie hat damit eine höhere Dichte und steht unter höherem Druck als die Luft außerhalb des Gewitters. Aufgrund des Druckausgleichs gibt es am Rand von Gewitterzellen daher kleinräumige Gebiete mit sehr hohen Windgeschwindigkeiten, die Downbursts. Diese sind umso stärker, je trockener die Luft ist und können durchaus Orkanstärke, also in Böen mehr als 120 km/h erreichen. Die Klassifizierung erfolgt nach der Fujita-Skala (F0 bis F5), in Europa auch nach der feiner aufgelösten TORRO-Skala (T0 bis T10).

Druckwelle nach oben
Sie wird hier so bezeichnet, obwohl es im streng physikalischen Sinn keine Druckwelle ist. Vor einer sich aus Westen nähernden Kaltfront dreht der Wind nördlich der Alpen oft bereits auf West und frischt stürmisch auf. Ursache ist die Niederschlagsabkühlung durch präfrontale Gewitter, die zu ansteigendem Luftdruck im Westen führt. Dabei baut sich ein Druckpolster mit größeren Unterschieden auf engem Raum auf, das rasch entlang der Alpennordseite nach Osten voranschreitet. In Ostösterreich geht eine Druckwelle oft trocken durch, kann aber besonders im Wiener Raum zu markanten Sturmböen führen.

Einzelzelle nach oben
Bei der Einzelzelle handelt es sich um eine einzelne isolierte Gewitterzelle, die meist kurzlebig ist. Einzelzellen sind häufig orografisch bedingt und entwickeln sich über dem Berg- und Hügelland bei schwacher Windscherung. Einzelzellen haben eine kurze Lebensdauer von 15 Minuten bis zu einer Stunde. Sie durchlaufen drei Entwicklungsstadien. In der Wachstumsphase ist nur der Aufwindkanal vorhanden, die Quellwolke beginnt im oberen Teil zu vereisen und Niederschlagsbildung setzt ein, jedoch erreicht dieser den Boden noch nicht. In der Reifephase bildet sich durch den zu Boden fallenden Niederschlag ein Abwindkanal. Durch die schwache Windscherung können sich Auf- und Abwind nicht voneinander trennen. Damit wird der Aufwindbereich zunehmend abgeschwächt und die Zelle kommt ins Auflösungsstadium, wo nur mehr der Abwindkanal vorhanden ist.

Föhn nach oben
Zu Föhn kommt es, wenn der Wind quer zu einem langgestreckten Gebirgszug weht, auf der Leeseite der Berge. Während sich bei südlicher Strömung auf der Alpensüdseite die Wolken stauen, herrscht nördlich des Alpenhauptkamms oft sonniges und warmes, aber teilweise stürmisches Wetter. Mit Annäherung eines Tiefs fällt der Luftdruck auf der Alpennordseite stark ab, während er im südlichen Staubereich teilweise sogar noch ansteigt. Dadurch konzentriert sich das Luftdruckgefälle auf die Alpen, zum Ausgleich entwickelt sich zunächst in der Höhe eine sehr starke Südströmung. Wenn diese über die Kämme streicht, gerät sie in auf- und absteigende Schwingungen (Leewellen.) Die Auslenkung kann so groß werden, dass die Höhenströmung als plötzlich einsetzender Föhnsturm bis in die Täler durchbricht.

Front nach oben
Der Begriff der Front stammt aus einer martialischen Zeit, der Zwischenkriegszeit. Die Meteorologen führten damals den Begriff der Front als jenen einer Trennlinie zwischen verschieden warmen Luftmassen ein. In den gemäßigten Breiten trennen Fronten polare Kaltluft von subtropischer Warmluft. Entlang der Fronten wird die jeweils wärmere Luftmasse über die kältere gehoben. Dadurch kommt es häufig zu starker Bewölkung, Regen, Schneefall, Schauern und Gewittern. Je nach Bewegungsrichtung der Warm- und Kaltluft werden Warmfronten, Kaltfronten und Okklusionen unterschieden.

Funnel nach oben
Als Funnel (englisch für Trichter) wird eine nach unten spitz zulaufende, trichterförmige Wolke bezeichnet. Diese befindet sich im Aufwindbereich einer Schauer- oder Gewitterzelle und stellt den sichtbaren Bereich einer rotierenden Luftsäule mit näherungsweise vertikaler Rotationsachse dar. Für die Manifestation als Wolke ist der Bernoulli-Effekt verantwortlich: der Druck sinkt so weit, dass die in der Luft enthaltene Feuchtigkeit als Wolke kondensiert. Der Wirbel kann sich auch unterhalb des Funnels unsichtbar fortsetzen und sogar den Boden erreichen, in diesem Fall handelt es sich um einen Tornado. Einen Wirbel, der den Boden nicht berührt, nennt man Blindtrombe.

Gewitter und Blitze nach oben
Wächst eine Quellwolke mächtig heran und bildet einen Amboss aus (Cumulonimbus-Wolke), kann sie zu einem Gewitter werden. Dieses bringt nicht nur Regen, sondern auch sichtbare elektrische Phänomene, die Blitze. In einer Gewitterwolke entsteht nämlich durch Ladungstrennungsprozesse ein elektrisches Feld, das auch auf der Erde Ladung induziert, ähnlich einem Kondensator. Erreicht die Spannung einen Wert, bei der Luft leitfähig wird, bildet sich zunächst ein unsichtbarer, leitender Blitzkanal. Knapp vor Erreichen der Erdoberfläche schlägt eine Fangladung entgegen, die Leitung ist geschlossen und in mehreren Schüben erfolgt der sichtbare Ladungsaustausch in Form eines Blitzes. Der Blitz erhitzt die Luft auf mehrere 10 000 Grad, sie dehnt sich schlagartig aus, die Schockwelle ist akustisch als Donner vernehmbar. Die Entfernung des Blitzes kann man abschätzen, indem man die Zeit bis zum Donner misst, 3 Sekunden entsprechen etwa 1 Kilometer. Blitze verlaufen zwischen den Wolken sowie zwischen Wolken und Erdoberfläche. Je nachdem welche Ladung sie netto transportieren, spricht man von positiven oder negativen Blitzen.

Glatteis nach oben
Glatteis entsteht durch gefrierenden Regen. Eine typische Konstellation dafür stellt die Annäherung einer Warmfront dar, wenn bodennah noch Frostluft lagert oder zumindest die Oberflächen gefroren sind. Der Regen gefriert bei Kontakt mit dem Boden sofort, somit verwandeln sich Straßen innerhalb von Minuten in spiegelglatte Rutschbahnen. Glatteisregen tritt besonders in Tälern und Beckenlagen in Erscheinung, da sich dort die kalte, schwerere Luft lange halten kann.
Verwechselt wird Glatteis gerne mit Eisglätte. Diese entsteht, wenn die Temperatur vom positiven Bereich in den negativen sinkt und vorhandene Nässe auf Straßen oder Wegen gefriert. Die gängige Bezeichnung hierfür lautet gefrierende Nässe, häufig wird der nicht korrekte Begriff überfrierende Nässe verwendet.

Graupel nach oben
Graupelkörner sind mit 1 bis 5 mm Durchmesser nicht nur deutlich kleiner als Hagel, sie weisen auch eine geringere Dichte auf. Bei der Entstehung von Graupel kollidieren Schneekristalle mit unterkühlten Wassertröpfchen oder Schnee taut innerhalb der Wolke an und gefriert erneut. Graupel fällt im Gegensatz zu Hagel besonders bei niedrigen Temperaturen um oder etwas über 0 Grad.

Hagel nach oben
Eiskörner und -klumpen von mehr als 0,5 cm Größe, die sich in Schauern und Gewittern oberhalb der Frostgrenze aus unterkühlten Wassertropfen bilden. Sie werden mehr oder weniger lange vom Aufwind in Schwebe gehalten, bevor sie endgültig zu Boden fallen. Kleine Hagelkörner schmelzen bis zum Boden komplett, Körner, die in der Wolke größer als ca. 2 cm waren, nicht mehr. Je stärker der Aufwind im Gewitter und je ausgeprägter die Rotation des Gewitters ist, desto mehr können die Körner anwachsen, bevor sie schlussendlich zu Boden fallen.

Hoch nach oben
Abkürzung von Hochdruckgebiet. Im Gegensatz zum Tief sinken in einem Hoch die Luftmassen ab und sorgen somit meist für Wolkenauflösung. Sie gelten als Schönwettergarant, was vor allem im Sommerhalbjahr der Fall ist. Im Winter kann es dagegen durch tiefe, hochnebelartige Wolken sehr trüb sein. Die Strömung um ein Hoch verläuft auf der Nordhalbkugel im Uhrzeigersinn. Diese Drehrichtung wird als antizyklonal und das Hochdruckgebiet damit als Antizyklone bezeichnet.

Höhentief nach oben
Im Wort ein Widerspruch in sich, nicht aber für den Meteorologen. Tiefdruckgebiete kann man normalerweise sowohl am Boden, als auch in der Höhe dadurch wiedererkennen, dass der Luftdruck in einem Tief eben tiefer ist, als in der Umgebung auf der selben Höhe. Gegen Ende des Lebens eines Tiefs verschwindet oft der tiefe Luftdruck in bodennahen Luftschichten und ist nur noch in höheren Luftschichten zu finden. Gleichwohl zwirbeln sich aber Fronten um dieses Höhentief und sorgen für erhöhte Niederschlagstätigkeit. Im Sommer sind Höhentiefs oft für Hochwassersituationen verantwortlich.

Hurrikan nach oben
Hierbei handelt es sich um einen tropischen Wirbelsturm von etwa 400 bis 800 km Durchmesser, dessen Winde mindestens Orkanstärke (118 km/h) erreichen. Hurrikane entstehen bei labiler Schichtung und hoher Luftfeuchtigkeit, bevorzugt über warmen Meeren mit mindestens 26,5 Grad Wassertemperatur. Ist die Temperaturdifferenz zwischen Wasseroberfläche und höheren Luftschichten der Atmosphäre groß genug, können sie sich mitunter auch bei geringeren Wassertemperaturen bilden, was allerdings nur selten vorkommt. Durch Konvektion steigen mit der Luft große Mengen an Wasserdampf auf. In Folge des Aufstiegs kühlt sich die Luft ab und der Wasserdampf kondensiert, die dabei freiwerdende Energie sorgt für Erwärmung relativ zur umgebenden Luftmasse und damit für weiteres Aufsteigen, so bildet sich ein ausgeprägtes Tief. Der sich drehende Wirbel führt zu Windgeschwindigkeiten bis etwa 250 km/h, die Verlagerungsgeschwindigkeit beträgt hingegen lediglich 15 bis 30 km/h. Sobald ein Hurrikan die Küste landeinwärts überquert, bricht die Feuchte-, und damit die Energiezufuhr zusammen und der Hurrikan schwächt sich allmählich ab. Die zerstörerische Wirkung entfaltet sich neben hohen Windgeschwindigkeiten auch durch Starkregen und Sturmfluten an Küsten. Mitteleuropa kann von Hurrikanen nicht erreicht werden, sondern lediglich von Tiefdruckgebieten, die aus Hurrikanen hervorgegangen sind. Es gibt mehrere Namen für diese tropischen Wirbelstürme: während man sie im Atlantik und an der mexikanischen Pazifikküste Hurrikan nennt, heißen sie im Westpazifik Taifun und im Indischen Ozean sowie in Australien Zyklon.

Kaltfront nach oben
Die Kaltfront ist eine Front, bei deren Passage Warmluft durch Kaltluft ersetzt wird. Ein typischer Wetterablauf ist: Bewölkungsverdichtung, eine rasche Änderung der Windrichtung nach rechts, also z.B. von Süd nach West, damit Abkühlung, einsetzender Regen oder Schneefall, im Sommer oft auch Regenschauer und teils heftige Gewitter. Im Winter kann im Zuge einer Kaltfront die Temperatur auch steigen (maskierte Kaltfront). Das geschieht, wenn vor der Kaltfront in Bodennähe sehr kalte Luft lagert (Hochnebel). Wird dieser Kaltluftsee durch den auffrischenden Wind ausgeräumt, so steigt die Temperatur, gleichzeitig kühlt es in größeren Höhen deutlich ab.

Keil nach oben
Während ein Hoch vollständig von tieferem Luftdruck umgeben ist, bezeichnet ein Keil, auch Hochkeil genannt, ein nicht abgeschlossenes, also auf der Nordhalbkugel im Normalfall nach Süden hin offenes Gebiet hohen Luftdrucks.

Konvektion nach oben
Konvektion bezeichnet aufsteigende oder absinkende Luftbewegung. Das Resultat aufsteigender Luft sind oftmals Quell-, Schauer- oder Gewitterwolken.

Labilität nach oben
Eine labil geschichtete Luftmasse weist (im Gegensatz zur stabilen Luftmasse) mit zunehmender Höhe eine Temperaturabnahme von mehr als 1 Grad pro 100 m auf. Diese Schichtung ermöglicht es bodennahen Luftteilchen bis in große Höhen aufzusteigen, in der Folge können sich Schauer oder Gewitter bilden.

Lifted Index nach oben
Der Lifted Index, kurz LI, ist ein Maß für die Stabilität der Atmospäre. Diesen Wert erhält man, indem man die Temperatur eines bis zu einem gewissen Niveau gehobenen Luftpakets mit der dortigen Umgebungstemperatur vergleicht. Die Differenz dieser beiden Temperaturen ergibt den Lifted Index. Ist er positiv, ist die Luftmasse stabil geschichtet, bei Werten zwischen 0 und 4 sind aber zumindest Schauer möglich. Nimmt der LI negative Werte an, ist sie labil geschichtet. Je niedriger die Zahl ist, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von Gewittern. Für die Vorhersage von Gewittern sind allerdings auch noch andere Parameter notwendig.

Luftmassengrenze nach oben
Ein anderer Ausdruck für Front, der vor allem bei stationären oder sich nur sehr langsam bewegenden Fronten verwendet wird.

MCS - Mesoskaliges konvektives System nach oben
Wenn es stärkere Winde vor allem in höheren Luftschichten gibt, kann sich der Aufwindbereich innerhalb des Gewitters für eine gewisse Zeit vom Regengebiet trennen und die Gewitterzelle somit weiter wachsen und größere Ausmaße annehmen, ein mesoskaliges konvektives System entsteht. Mesoskalig heißt dabei, dass das Gewitter Größenordnungen von 10-25 km überschreitet. Große mesoskalige Systeme können mehrere 100 km im Durchmesser aufweisen und bestehen aus mehreren aktiven Gewitterzentren.

MCC - Mesoskaliger konvektiver Cluster nach oben
Der MCC ist ein Spezialfall des mesoskaligen konvektiven Systems, ein besonders stark und konzentriert ausgeprägtes Exemplar. Ein MCC zeichnet sich am Satellitenbild durch eine runde Form aus, die Wolkenoberseite ist als Anzeichen kräftiger Aufwinde besonders hochreichend und kalt und außerdem bleiben diese Systeme über längere Zeit bestehen.

Multizelle nach oben
Eine Multizelle besteht aus zwei oder mehreren Gewitterzellen, die sich in unterschiedlichen Entwicklungsstadien befinden. Multizellen können sich entweder zu Linien organisieren oder zu Clustern gruppieren. Zwar ist die Lebensdauer einer Zelle nicht höher als bei einer Einzelzelle, jedoch kann das gesamte System wesentlich länger existieren.

Okklusion nach oben
Die Okklusionsfront besteht aus einer zwischen zwei Kaltluftmassen eingekeilten Warmluftmasse, die nicht (mehr) bis zum Boden herabreicht. Im Lauf des Lebenszyklus eines Tiefs holt die schnellere Kaltfront vom Tiefdruckkern ausgehend die Warmfront nach und nach ein, die zwischen den Fronten liegende, wärmere Luftmasse wird von Boden abgehoben. Die Wetterbedingungen sind ähnlich denen entlang einer Warmfront. Im Sommer sind um Tiefdruckgebiete gezwirbelte Okklusionen manchmal Auslöser tagelang anhaltender Regenfälle und damit potentiell hochwassergefährlich.

Orkan nach oben
Der Begriff Orkan stellt genau wie 'Sturm' eigentlich nur einen Begriff für die Windstärke dar, als Orkan werden Windgeschwindigkeiten von mindestens 118 km/h bzw. 64 Knoten klassifiziert.
Meist werden unter Orkan bzw. Orkantief allerdings Tiefdruckgebiete verstanden, in deren Bereich zumindest gebietsweise Böen bzw. auf See Mittelwind mit Orkanstärke zu erwarten sind, diese kommen fast ausschließlich im Winterhalbjahr vor. Ein Orkantief zeichnet sich durch starke Luftdruckunterschiede auf geringen Distanzen aus, prinzipiell gilt: je größer die Druckdifferenz bei gegebener Strecke, desto höher die Windgeschwindigkeit. Auf Wetterkarten fallen Orkantiefs deshalb durch starke Isobarendrängung (Isobare: Linie gleichen Luftdrucks) ins Auge. Bei einem in Österreich wirksamen Orkantief handelt es sich um ein meist kleinräumiges Tief (Größenordnung 500 km), welches über dem Nordatlantik entsteht und, eingebettet in eine kräftige westliche Höhenströmung, Mitteleuropa rasch ostwärts überquert. Das Hauptwindfeld befindet sich dabei südlich des Tiefdruckkerns und weist eine Größe von wenigen 100 km auf.

Schauer nach oben
Schauer fallen aus konvektiven Wolken, also Cumulus- oder Cumulonimbuswolken. Sie zeichnen sich durch meist kurze Dauer und rasch wechselnde Regen- bzw. Schneefallintensität aus. Im Winter und in den Übergangsjahreszeiten ist häufig auch Graupel dabei. Feuchte und in der Höhe relativ kalte Luft begünstigt die Schauerbildung, daher kommt es bevorzugt an der Rückseite von Tiefdruckgebieten hinter der Kaltfront häufiger zu Schauern.

Schneesturm/Blizzard nach oben
Bei einem Schneesturm treffen starke Winde mit Schneefall zusammen, die Sicht ist deutlich reduziert. Auf der windabgewandten Seite von Erhebungen (auch kleineren) im Gelände entstehen bereits bei einer Schneehöhe von wenigen Zentimetern Schneeverwehungen. Die kalte Luft wirkt in Verbindung mit dem kräftigen Wind stark auskühlend, die Gefahr von Unterkühlung und Erfrierungen ist entsprechend hoch.
Der Begriff Blizzard für einen starken Schneesturm stammt aus Nordamerika. Um als Blizzard definiert zu werden, muss über mindestens 3 Stunden hinweg die Temperatur bei einer mittleren Windgeschwindigkeit von 56 km/h unter -6 Grad liegen und die Sichtweite zugleich weniger als 400 m betragen. In Mitteleuropa kommt es somit zumindest im Flachland nur sehr selten zu einem echten Blizzard.

Squall Line nach oben
Ordnen sich die aktiven Zentren in einem mesoskaligen konvektiven System linienförmig an, so entsteht eine Squall Line. Es herrschen große Druckunterschiede zwischen den Gebieten vor und hinter der Linie, sodass eine Squall Line neben Starkregen und Hagel auch von Sturm- oder Orkanböen begleitet ist.

Starkregen/Wolkenbruch nach oben
Von Starkregen spricht man bei einer Regenmenge von mindestens 5 mm innerhalb von 5 Minuten oder 17 mm innerhalb von einer Stunde. Beim Wolkenbruch handelt es sich um außergewöhnlich starken Regen, dabei müssen wenigstens 60 mm innerhalb von einer Stunde oder 70 mm im Zeitraum von 2 Stunden fallen.

Stau nach oben
Als Stau bezeichnet man in der Meteorologie durch orographische Hindernisse (Gebirge) ausgelöste oder verstärkte Niederschläge auf der Luvseite. Bei einer Staulage wird eine ohnehin schon recht feuchte Luftmasse durch ein Gebirges zum Aufsteigen gezwungen, dabei kühlt sie sich ab. Da Luft mit sinkender Temperatur weniger Wasser halten kann, verstärken sich die Niederschläge. Somit fällt bei Staulagen im Luv eines Gebirges deutlich mehr Regen oder Schnee, als im unbeeinflussten Flachland. Im Lee ist der Niederschlag entsprechend verringert. Selbst wenig markante Mittelgebirge haben einen deutlichen Einfluss auf die Niederschlagsverteilung. Im Staubereich schwächt sich in den tieferen Lagen der Wind deutlich ab, auf der Leeseite kann er sich verstärken (siehe auch Föhn).
Klassische Nordstauregionen in Österreich sind: der Alpennordrand von Bregenzer Wald bis zu den Niederösterreichischen Voralpen. Typische Südstaulagen: Osttirol und Kärnten sowie generell die grenznahen Gebiete zu Italien.

Staubteufel nach oben
Staubteufel gehören zu den Kleintromben. Sie entstehen bevorzugt im Sommer, wenn sich sandige Böden oder Felder durch direkte Sonneneinstrahlung stark aufgeheizt haben. Die erhitzte Luft über dem Boden steigt auf und kann durch Windscherung oder orografische Einflüsse lokal zum Rotieren gebracht werden. Dabei werden Staub, Sand oder Blätter aufgewirbelt und er wird für uns sichtbar. Diese Wirbel sind oft recht kurzlebig und schwach. In Wüsten kommt es allerdings häufiger zu Staubteufeln, die dort mitunter auch länger als eine halbe Stunde leben und kräftig werden können. Die Drehrichtung ist unabhängig von der Corioliskraft, er kann daher links- oder rechtsdrehend sein.

Sturm nach oben
Unter Sturm versteht man Winde mit einer Geschwindigkeit von mindestens 75 km/h. Falls diese Geschwindigkeit nur für wenige Sekunden überschritten wird, spricht man von einer Sturmbö. Da mit einem Sturm oft starke Regenfälle verbunden sind, werden Schauer oder Gewitter umgangssprachlich häufig als Sturm bezeichnet, aus meteorologischer Sicht ist aber nur die Windstärke für die Klassifikation ausschlaggebend.

Sturmtief nach oben
Als Sturmtief bezeichnet man ein markantes Tiefdruckgebiet, in dessen Bereich der Wind zumindest in Böen Sturmstärke erreicht. Sturmtiefs überqueren vor allem im Winterhalbjahr Mitteleuropa. Sie sind schwächer ausgeprägt als Orkantiefs, da die Druckunterschiede innerhalb einer gegebenen räumlichen Distanz nicht ganz so hoch wie bei jenen sind.

Superzelle nach oben
Eine Superzelle ist eine markante, gut organisierte und langlebige Einzelgewitterzelle, die bei ausgeprägter Scherung entsteht. Die starke vertikale Windzunahme versetzt auf- oder auch absteigende Luftpakete in Rotation, zunächst bilden sich horizontal liegende Luftwalzen. Der Aufwind eines enstehenden Gewitters saugt diese Wirbel ein und kippt ihre Achse in die Senkrechte, wobei sich der Drehimpuls nach und nach auf den gesamten Aufwindbereich überträgt. Die einige bis einige Dutzend Kilometer Durchmesser umfassende rotierende Luftmasse wird als Mesozyklone und die damit verbundene Gewitterzelle ab einer gewissen Andauer als Superzelle bezeichnet. Durch die Drehung durchwandern Hagelschlossen mehrere Zyklen im Gewitter und können zu enormer Größe anwachsen, bis sie letztendlich mit 10 cm Durchmesser zu schwer werden, um vom Aufwind balanciert zu werden. Am Boden können sie immer noch bis zu 7 oder 8 cm Durchmesser aufweisen und so für schwerste Schäden sorgen. Im Bereich des Aufwindschlauches einer Superzelle kann sich unter speziellen Bedingungen auch ein Tornado bilden.

Tief nach oben
Abkürzung von Tiefdruckgebiet. Tiefs steuern gemeinsam mit Hochs die Bewegung der Luftmassen auf der Erde. Im Bereich eines Tiefs treten oft aufsteigende Luftbewegungen mit Wolken und Niederschlagsbildung auf. Sie sind als Garant für schlechtes Wetter verschrien, was allerdings nicht immer der Fall ist. Jedenfalls, viele Extremwetterereignisse finden im Umfeld von Tiefdruckgebieten statt. Für die Windstärke ist nicht der absolute Luftdruck, sprich Barometerstand maßgeblich, sondern die Luftdruckgegensätze. Tiefdruckgebiete werden auch als Zyklonen bezeichnet, sie rotieren zyklonal, das heißt, auf der Nordhalbkugel von oben gesehen im Gegenuhrzeigersinn.

Tornado nach oben
Ein Phänomen der Drehimpulserhaltung. Bei aufsteigender Luftbewegung strömt bodennah Luft aus verschiedenen Richtungen heran, was auch einer Drehung gleichkommt. Unter dem Aufwindschlauch kommt es daher zu Konvergenz, also einem Zusammenströmen, die Konvergenz erhöht die Drehung, da der Drehimpuls der Luft erhalten bleibt. Man kennt diesen Effekt von Eiskunstläufern: Ein Eiskunstläufer dreht sich mit ausgestreckten Armen langsam, zieht er die Hände zum Körper, so erhöht sich seine Drehzahl (Piruetteneffekt).
Die stärksten Tornados treten in Zusammenhang mit Superzellen auf, deren Rotation von vornherein für reichlich Drehimpuls sorgt. Meist reicht die Konvergenz dabei aber nicht aus, um einen Tornado entstehen zu lassen, nur wenn eine spezielle Strömung, der rear downdraft die Drehung noch zusätzlich anheizt, bildet sich der aus Filmen und Bildern bekannte Rüssel.
Sichtbar wird der Rüssel deswegen, weil er zum einen Staub und anderes Material aufsaugt, zum anderen, weil aufgrund des Bernoulli-Effekts bei hohen Geschwindigkeiten der Druck soweit sinkt, dass die Feuchte der Luft kondensiert. In Tornados kann es extreme Windgeschwindigkeiten von mehreren 100 km/h geben, weshalb man sie nicht nach der Beaufort-Skala, sondern nach Fujita auf der Fujita-Skala einteilt, F0 bis F5.

Trog nach oben
Während ein Tief vollständig von höherem Luftdruck umgeben ist, bezeichnet ein Trog ein nicht abgeschlossenes, also auf der Nordhalbkugel im Normalfall nach Norden hin offenes Gebiet tiefen Luftdrucks.

Trombe nach oben
Schnell rotierender, kleinräumiger Luftwirbel mit halbwegs senkrechter Achse. Dabei werden Groß- und Kleintromben unterschieden. Zu den Großtromben zählen Tornados (Wind- und Wasserhosen) sowie Funnels. Kleintromben sind vor allem als Staubteufel bekannt. Aber auch bei böigen Fallwinden können sich im Gebirge oder an Steilküsten kurzlebige, auffällige Schnee- und Gischtwirbel bilden, die ebenfalls eine Art Kleintrombe darstellen. Kleintromben stehen in keiner direkten Verbindung zu Wolken und sind großteils harmlos, auch wenn sie vor allem über Wüstengebieten mitunter beachtliche Ausmaße erreichen können. Die Großtromben stehen hingegen stets mit konvektiven Wolken in Verbindung, wobei die tatsächliche Größe der Trombe nicht ausschlaggebend ist. Auch räumlich kleine Tornados können sehr heftig und schadensträchtig sein.

Vb-Tief nach oben
Das Vb-Tief (Fünf-B-Tief, V steht für römisch 5) geht aus einem Tief hervor, das durch einen Kaltluftvorstoß über Frankreich in das westliche Mittelmeer oder Bildung über dem westlichen Mittelmeerraum entsteht und sich anschließend über dem Golf von Genua verstärkt. Es zieht über Oberitalien hinweg ostwärts und schlägt dann einen Weg entlang des Alpenostrands nach Norden ein, überquert Polen und erreicht schließlich die Ostsee. Im Bereich des Tiefs gleitet feucht-warme Luft aus dem Mittelmeerraum auf vorhandene kältere Luft auf. Diese Konstellation führt im östlichen Mitteleuropa zu kräftigen Regen-, im Winter teils Schneefällen und mitunter zu Überschwemmungen.
In Österreich sind dabei je nach genauer Zugbahn und Intensität des Tiefs vor allem der Süden und/oder Osten betroffen.

Wasserhose nach oben
Tornado über einer größeren Wasserfläche (Meer, Binnensee). Sie sind vor allem im Spätsommer und Herbst zu beobachten, wenn kalte Luftmassen über warmes Wasser geraten. Meist sind diese Tornados vergleichsweise schwach ausgeprägt und stehen nicht unbedingt mit Gewittern in Verbindung.

Wärmegewitter nach oben
Eine einzelne Gewitterzelle, die oft in der warmen Jahreszeit tagsüber entsteht. Bevorzugt bilden sich Wärmegewitter über dem Hügel- und Bergland. Wärmegewitter machen sich häufig selbst rasch den Garaus, indem der Niederschlag die Luft in der Umgebung des Gewitters abkühlt und somit die Energiequelle der Wolke, die aufgeheizte Luft, rasch versiegt. Siehe auch Einzelzelle.

Warmfront nach oben
Bei einer Warmfrontpassage wird Kaltluft durch Warmluft ersetzt. Zunächst wird der Himmel diesig, hochliegende Wolken ziehen auf und verdichten sich, dann setzen Regen oder Schneefall ein. Bevor der Niederschlag endet, dreht der Wind nach rechts (z.B. von Süd auf West), dabei wird es deutlich wärmer. Im Winter kann es an Warmfronten zu starken Schneefällen kommen, auch Glatteisregen tritt mitunter auf.

Windscherung nach oben
Änderung der Windrichtung und -stärke mit der Höhe, dementsprechend spricht man von Richtungs- und Geschwindigkeitsscherung. Relevant ist die Scherung vor allem, wenn sich bei genügender Labilität konvektive Aufwinde, Schauer und Gewitter entwickeln. Bei nennenswerter Scherung werden dann Niederschlags- und Aufwindbereich getrennt. Im Gegensatz zum reinen Wärmegewitter stört die Niederschlagsabkühlung den Aufwind damit nicht, die Gewitterzellen können sich länger halten und stärker entwickeln. Sie können durch die Scherung auch in Rotation geraten und sich zu Superzellen weiterentwickeln.

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